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Der Braunbär

Unterarten

Innerhalb des großen Verbreitungsgebietes der Braunbären gibt es beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Größe und des Gewichtes, der Schädelform, der Fellfärbung und anderer morphologischer Merkmale. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Unterarten beschrieben, über deren Anzahl große Meinungsunterschiede bestehen. Im Lauf der Forschungsgeschichte wurden dutzende Unterarten beschrieben, eine Zahl, die heute wieder nach unten korrigiert wurde. In modernen Systematiken werden meist folgende Unterarten unterschieden:

Der Europäische Braunbär (Ursus arctos arctos) umfasst die Bestände in den Alpen, den Pyrenäen, in Osteuropa und Südeuropasowie in Skandinavien.

Der Syrische Braunbär (Ursus syriacus) ist relativ kleinwüchsig und hat eine hellbraune Färbung. Ob es sich bei diesem in der Kaukasusregion und Vorderasien heimischen Vertreter um eine eigenständige Unterart oder um eine lokale Variante des Europäischen Braunbären handelt, ist umstritten.

Der Sibirische Braunbär (Ursus beringianus) lebt im asiatischen Teil Russlands und ist ein großgewachsener Vertreter.

Der Kamtschatkabär (Uruss piscator) ist ein auf der Halbinsel Kamtschatka beheimateter besonders großgewachsener Vertreter des Sibirischen Braunbären. Er wird manchmal als eigene Unterart aufgeführt. Er ist mit einer Kopf ? Rumpf- Länge von 2,5 Meter und einem Gewicht von 600 Kilogramm der zweitgrößte heute lebende Großbär.

Der Grizzlybär (Ursus horribilis) bewohnt Nordamerika. Er ist kräftiger und schwerer als europäische Braunbären und gilt als aggressiver. "Grizzly" stammt aus dem Englischen und bedeutet "gräulich".

Der Isabellbär (Ursus. isabellinus) ist nach seinem isabellfarbenen Fell benannt, er ist in Nordindien, im Himalaya und in Zentralasien beheimatet.

Der Mandschurische Braunbär (Ursus manchuricus) kommt im Nordosten Chinas und in der Mongolei vor.

Der Kodiakbär (Ursus middendorffi), lebt auf der Insel Kodiak und benachbarten Inseln vor der Südküste Alaskas. Er ist mit einem Gewicht von bis zu 750 Kilogramm und einer Körperlänge (Kopf ? Rumpf) von bis zu 2,70 Metern der größte der heute lebenden Großbären.

Der Tibetische Braunbär (Ursus pruinosus) ist in Tibet und Sichuan beheimatet und durch sein blaugraues Fell gekennzeichnet. Vermutlich sind zahlreiche vermeintliche Sichtungen des Yetis auf Verwechslungen mit diesem Tier zurückzuführen.

Der Hokkaido-Braunbär (Ursus. yesoensis) lebt auf der japanischen Insel Hokkaido.

Genetische Untersuchungen unterstützen diese Einteilung jedoch nicht. Mittels Vergleichs der DNA wurden mehrere Abstammungslinien der Braunbären festgestellt, mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen: So gibt es in Europa zwei Abstammungslinien - eine umfasst die Tiere in Skandinavien und in Südeuropa, die zweite die Tiere in Osteuropa und Sibirien. Die Kodiakbären gehören zur selben Linie wie die weit kleineren Exemplare im Landesinneren Alaskas, und die Population auf dem Alexanderarchipel vor der Südostküste Alaskas repräsentiert eine gänzlich eigene Linie, die genetisch den Eisbären näher steht als den Tieren auf dem Festland.

Literatur

  • Bernd Brunner: »Eine kurze Geschichte der Bären.« 
    Claassen, Berlin 2005, ISBN 3546003950

  • Igor Chestin: »Der Braunbär.« 
    Neue Brehm-Bücherei. Bd 633. Westarp, Magdeburg 1996, ISBN 3894324945

  • Ronald M. Nowak: »Walker's Mammals of the World.« 
    Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0801857899

  • Maria Pasitschniak-Arts: 
    Ursus arctos. in: Mammalian Species. 
    American Society of Mammalogists, Washington DC, Nr. 439, S.1?10. ISSN 0076-3519

  • L. P. Waits, S. L. Talbot, R. H. Ward, G. F. Shields: 
    Mitochondrial DNA phylogeography of the North American brown bear and implications for conservation in: Conservation Biology. 
    Blackwell, Boston Mass 12.1998, 408?417. ISSN 0888-8892