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Der Amerikanische Schwarzbär

Mensch und Schwarbären

Amerikanische Schwarzbären wurden und werden vom Menschen aus verschiedensten Gründen gejagt. Dazu zählen die potenzielle Gefährdung des Menschen, die Angst vor gerissenen Weidetieren und zerstörten Agrarflächen und Bienenstöcken, der Bedarf an Fell und Fleisch sowie die Sportjagd. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Schaden bei Weidetieren vernachlässigbar ist, dass sie aber wohl auf landwirtschaftlich genutzten Feldern Schäden anrichten können. Die Sportjagd ist weit verbreitet, nach einer Schätzung aus dem Jahr 1995 werden jedes Jahr rund 40.000 Tiere erlegt. Die Verwendung des Fells und des Fleisches ist heute weitgehend zurückgegangen; bei den Indianern war dies der wichtigste Grund für die Bejagung. Die Bärenfellmützen, die zur Paradeuniform verschiedener britischer Regimenter gehören, werden aber bis heute aus dem Fell kanadischer Schwarzbären hergestellt.

Ein relativ neuer Aspekt der Bejagung ist der Export der Gallenflüssigkeit in ostasiatische Länder, wo dieser Heilwirkung zugesprochen wird. In der Regel werden dort Asiatische Schwarzbären zu diesem Zweck erlegt oder sogar gehalten, durch den dadurch verbundenen Populationsrückgang wird aber immer mehr auf nordamerikanische Tiere zurückgegriffen. So sind die USA der zweitgrößte Exporteur von Bärengallenflüssigkeit nach Südkorea , auch China, Japan und die asiatischen Bevölkerungsgruppen in Nordamerika selbst werden beliefert.

Außer wenn sie verwundet sind oder ein Weibchen seine Jungen bewacht, sind Amerikanische Schwarzbären für Menschen weitgehend harmlos. Berichte über Menschen, die von diesen Tieren getötet werden, sind selten.

In amerikanischen Nationalparks sind Schwarzbären teilweise zu einem Problem geworden. Ihr ausgeprägter Geruchsinn führt sie auf der Suche nach Nahrung an die Zelte und Autos der Besucher, die sie dann oft in falsch verstandener Tierliebe füttern. Dies hat dazu geführt, dass manche Schwarzbären eine regelrechte Abhängigkeit von solchen Fütterungen entwickelt haben. Die Tiere sind dabei gelegentlich so zudringlich geworden, dass es schon zu Unfällen gekommen ist. Derart an Menschen gewöhnte Bären werden aus Sicherheitsgründen oft getötet, so dass man den Tieren mit Futtergaben keinen Gefallen tut.

Der bei Kindern beliebte Teddybär wurde nach dem einstigen US-Präsidenten Theodore "Teddy" Roosevelt benannt, der sich bei der Jagd geweigert haben soll, ein Schwarzbärbaby zu erschießen. Über den genauen Hergang der Namensgebung ranken sich allerdings verschiedene Geschichten.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: 
    ''Walker's Mammals of the World''. 

    Johns Hopkins University Press, 1999, ISBN 0801857899

  • Serge Larivière: 
    ''Ursus americanus''. 
    Mammalian Species No. 647, 2001, S. 1-11